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Grampions-Nationalpark
7. Tag / Sonntag, 1. April
Habe mich mit Judith zum Frühstück verabredet. Die kleine Taylor ist auch mit von der Partie und hat Langeweile. Auf dem Weg zum RSL-Club – es regnet – kommt der Nachbar aus seinem Wohnwagen mit einem „Nice weather today!“ Ich stimme zu, nicht ohne zu bemerken, dass ich es als Deutscher gerne ein bisschen trockener hätte, aber angesichts der langen Trockenheit (und die hält nicht weit von hier weiter an!)dem Land jeden Tropfen Wasser wünsche. Er fragt mich, wo ich in Deutschland wohne. Auf meine Antwort „Freiburg“ folgt in gut hanseatischem Ton: „Und ich bin aus Hamburg“. Vor über 50 Jahre ist er nach Australien gekommen – und geblieben. Seit er und seine Frau in Rente gegangen sind, sind sie unterwegs. Seit 7 Jahren. Das Haus ist verkauft und bis auf Weiteres wird jetzt durchs Land getourt. „Wie die Zigeuner“, sagt er lachend. Ja, dieses Land mache diese Art des Lebens ziemlich einfach. Wir verabreden uns für nachher, aber als ich vom Frühstück zurückkomme, sind die beiden ausgeflogen. Deshalb mache mich fertig und fahre los – in den Grampians-Nationalpark, 150 Kilometer nördlich von Warrnambool.
Es wird trockener
Australien, wie viele Überraschungen hast Du noch für mich übrig? Vorhin hat es noch genieselt bei völlig verhangenem Himmel, jetzt, nachdem ich gerade mal 20 (!) Kilometer ins Landesinnere gefahren bin, nichts mehr von allem. Es klart nicht nur auf, sondern die Wolken sind ad hoc verschwunden. Das Grün der Küste ist auch dahin. Kühe und Schafe müssen sich mit der braunen Weide zufrieden geben. Und zum ersten Mal habe ich Kontakt mit den aufdringlichen Fliegen. Man hat mich davor gewarnt. Das Land wird zunehmend trockener. Und am Horizont zeichnen sich die Grampions ab.
Im Nationalpark
Es wir 18 Uhr bis ich in Halls Gap auf dem Campground ankomme. Ich stehe noch keine 15 Minuten, nimmt mich der Nachbar mit zur Runde. Nach einer halben Stunde Schwätzchen dann zurück zum Wagen. Ich packe das Notebook aus, andere Nachbarn machen neben meinem Platz ein Feuerchen. Schließlich ist da ja eine kleine Feuerstelle. Wozu wäre die sonst da. Das japanische Paar gleich daneben hat weniger Glück. Der Wind steht für sie schlecht. Aber niemand kommt hier auf die Idee, sich aufzuregen. Australien eben. Aus meiner Frage, ob ich die Feuermacher hinter den lodernden Flammen fotografieren dürfte, entwickelt sich ein Gespräch. Wieder ein halbes Stündchen Small-talk. Nett. Morgen werde ich wohl feststellen, dass meine ganzen Klamotten, auch die im Auto, nach Rauch stinken. Den 1. Waschtag werde ich wohl vorverlegen müssen.











