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Von Halls Gap nach Edenhope

Bild oben:
Den Mutigen gehört der Brotkrümel.

8. Tag / Montag, 2. April

Heute erst um 7 Uhr 30 aufgestanden, dafür gut geschlafen. Zum Frühstück kommt ein eher ruhiger Zeitgenosse vorbei. Ein vorwitziger Vogel inspiziert sein Revier und hofft, dass etwas für ihn abfällt. Könnte eine Finkenart sein. Oder sonst was. Die Ornithologen unter uns werden ihn natürlich sofort erkennen. Und Sielmanns Heinz hätte an dem „putzigen Burschen“ sicherlich auch seine Freude gehabt.

Cacadoos in concert

Dann hat sich der Chor der Kakadus gemeldet. Ungefähr 200 Interpreten, jeder mit individuellem Vortrag. Es war einfach nur laut. Eine einzige Kakoduphonie. Das Licht ist noch nicht gut genug zum Fotografieren und die Schreihälse halten einfach nicht still. Also muss man die einzige Lichtbilddarstellung aus dem „Rosa Baum“ als Kunst betrachten. So eine Art neue Belichtungstechnik. Und wenn man genau hinhört, dann kann man sogar so etwas Ähnliches wie ein Zwitschern heraushören. Vielleicht.

Jetzt nur nicht verirren

Immer noch ein wenig unheimlich. Ein Jahr vorher stand hier der ganze Wald in Flammen. Das Wetter ist alles andere als einladend. Sogar noch recht kühl und ungemütlich. Aber wenn der Nachbar sagt, es wird ein schöner Tag heute, dann wird’s wohl so kommen. Er sollte recht behalten. Gegen elf bin ich dann los. Und zum ersten Mal ins Gelände gefahren. Der komplette Wald rings um Halls Gap stand im Januar 2006 in Flammen. Zwei Menschen kamen darin um.

Irgendwie seltsam. Die Tracks sind zwar ausgeschildert, aber wenn nach 20 Minuten kein Hinweisschild kommt, kann man schon mal unruhig werden. Hier sieht jede Ecke wie die andere aus. Schon unheimlich. Der Wald ist voller schwarzer Bäume und Baumstümpfe, aber überall dringt das Grün durch. Eukalyptus braucht das Feuer, wenn er sich selbst regenerieren will. Erst bei sehr großer Hitze springen die Samenkapseln auf. Das mag zwar gut für den Eukalyptus sein, für den reisenden Europäer erscheint es mir eher unvorteilhaft. Schon ein seltsames Gefühl, wenn man sich überlegt, was zu tun wäre, wenn jetzt eine Feuerwand auf mich zukäme. Das haben sich auch wohl die Ranger vor mir gedacht und mitten im Wald mehrere Löschwasserreservoirs eingerichtet. Flächendeckend löschen kann man damit nicht. Aber vielleicht sollen sie einfach nur im Fall der Fälle die Überlebenschancen erhöhen.

Vom Wasserfall zu den Balconies

Einer der Wasserfälle Irgendwann lande ich bei einem der Wasserfälle. Davon gibt es hier mehrere. Komisch, ich dachte, hier ist zu wenig Regen gefallen. Wo kommt also das Wasser her? Erklären kann mir es niemand. Was daran liegen könnte, dass ich mutterseelenallein hier bin. Es ist einfach eine stimmungsvolle Atmosphäre, fast schon kitschig, aber urtümlich und einfach schön. Der Abstecher hat sich gelohnt. Der zu den Balconies auch. Die Balconies gehören nach dem Uluru (Ayers Rock) zu den wohl berühmteste Felsformationen Australiens. In jedem Reiseführer sieht man Menschen, die stehend oder sitzend von den Balconies in die Ferne schauen. Nur, das berühmte Foto ordne ich jetzt ganz anders ein. In den Büchern kommt es gigantisch und einmalig rüber. In Wirklichkeit ist es ein relativ einfacher Felsvorsprung. Es kommt beim Fotografieren eben auf die Perspektive an.

Die Balconies

Wie gesagt, Ansichtssache. Profis zaubern bei den Balconies Sehnsucht ins Bild. Ich denke nicht, dass mir das hier gelungen ist.

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Wieder unten

So sieht eine australische Weide aus Yepp, der Tag war rundum ein Erlebnis. Ich bin wieder im „Flachland“ und das Bild hat sich dementsprechend geändert. Weites, braunes Land. Es gibt hier eigentlich nichts mehr zu fressen. Trotzdem stehen Kühe und Schafe auf den „Weiden“ oder dem was davon übrig geblieben ist. Was sie fressen, kann nur „Schonkost“ sein. Na ja, guten Appetit, jedenfalls!

Edenhope

Abendsonne in Edenhope. Man kann gar nicht genug davon bekommen. Ich fahre weiter nach Horshamp. Von dort soll’s nach Naracoote gehen – wenn es denn ein Hinweisschild gäbe. Alle Richtungen werden angezeigt. Aber weder Naracoote noch eine B 240. Wofür wohl das B steht? Welche der 5 Ausfahrten führt in meine Richtung? Durchfragen. Die Aussies reden immer noch so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. „Oh, thanks, I got it!“ lüge ich. Weiterfragen. Das war’s dann. Nach Naracoote schaffe ich es nicht mehr, es wird halb sechs und ich beende den Tag auf einer idyllischen Campside in Edenhope.

Bilder vom Tag

Halls Gap in aller Frühe. Die Feuchtigkeit in der Luft ...... zeigt sich aber schon auf dem Rückzug.Eine Tour rings um Halls Gap. Ein Jahr zuvor stand hier die ganze Gegend in Flammen.
Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was hier los war.Aber das Grün sucht ...... und findet seinen Weg.
Die Ranger haben Löschwasserreservoirs angelegt.Jeder Tropfen könnte helfen. Auch, wenn er die "Straße" nicht gemütlicher macht.Hier muss alles erst einmal ...
... wieder nachwachsen. Wird dauern.Auf dem Weg zu den Balconies dann wieder das Bild von Trockenheit.Die Wasserstelle auf der Weide, die vielleicht auch mal grün war, ist ausgetrocknet.
Wasser gibt es aber an anderer Stelle reichlich ...... zum Beispiel auf dem Weg zu den Balconies.Von dort den ein oder anderen Blick ...
... in die Gegend.Wie gesagt, einfach mal ...... sich ein bisschen umschauen ...
... und sich vorstellen, ...... wie es hier aussieht.Links die berühmten "Balconies" ...
... wenn auch aus einer ziemlich lausigen Perspektive fotografiert.Diesseits von Eden(hope).Der ehemalige See hinterm Haus von Eve und Steve.
Auch, wenn es vielleicht schön anzuschauen ist: hier ist es einfach viel zu trocken.Einmal das Dach öffnen und die Wohnung steht.Wenn es schon zu trocken ist ...
... dan wenigstens das hier. Gute Nacht!

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