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Von Merkel und Hollande

Franz Josef Wagner hat am 09.07.2012 Post an Merkel und Hollande verschickt. Und die beiden haben geantwortet.

 

Lieber Franz Josef, cher mijnheer Wagner

wir mögen die Fotos, wie Ihr Euch in der Redaktion umarmt. Menschen auf Papua-Neuguinea (oder Kirgistan) würden darauf wetten, dass sie verlogen sind. Ganz falsch liegen sie nicht.

Es umarmt sich auf den Fotos die deutsch-voyeuristische Freundschaft.

Vor 50 Jahren in Reims reichten sich de Gaulle, der Präsident Frankreichs, und der 1. Kanzler nach den Nazis, Konrad Adenauer, die Hand. Die beiden Staatsmänner hatten die Vision von einem glücklichen Europa. Nach dem apokalyptischen Gemetzel der Nazis.

Die Bildzeitung war 10, der Krieg war 17 Jahre aus. Somit fehlen der Bild 7 Jahre Nachkriegsberichterstattung. Mit Ihrem Schlafsack sind Sie nach Paris getrampt. Wenn Sie gefragt wurde, ob sie Deutscher sind, sagten sie: „Ja, aber ich bin 20 Jahre zu spät hier.“

Heute, 50 Jahre danach, kann man es sich nicht vorstellen, was es damals bedeutete, ein Deutscher zu sein, der 20 Jahre zu spät nach Paris gekommen ist.

Auf den Champs-Élysées hatten Hakenkreuze geweht.

Die Bilder von Auschwitz hatte jeder gesehen. Außer den Deutschen, die alle Holländer waren.

Die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland ist für Sie eines der großen Wunder. Besiegelt vor 30 Jahren. Am 8. Juli durch den Holländer Toni Schumacher und den französischen Mittelfeldspieler Patrick Battiston in der 58. Minute des WM-Halbfinals in Sevilla. Es ist das Wunder des Verzeihens. Blumen wachsen über unsere Gräber.

Deutschland umarmt Frankreich. Länder küssen sich. Länder werden Menschen. Menschen werden Holzköpfe.

Herzlichst
Ihre Angela, Hollande

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