Franz Josef Wagner hat am 01.08.2012 Post an den Deutschland-Achter verschickt. Und der Deutschland-Achter hat geantwortet.
Lieber Franz Josef Wagner,
wenn Sie dichter wären, würde das voraussetzen, dass Sie zunächst hätten dicht sein müssen.
Daran habe ich meine Zweifel. Und jetzt werde ich anfangen zu reimen. Das Versmaß ist, wie Sie Ihre Eiswürfel gleichzeitig ins Glas tauchen. Das Vor und Zurück auf Ihrem Bürorollstuhl. Die Monotonie Ihrer Bewegungen.
Leeres Blatt und ich am Glas
muss was schreiben, irgendwas
Glas is leer, Hirn schon lange
Volk noch nicht im Überschwange
Könnte irgend etwas melden
könnte schreiben: Ihr seid Helden
Helden sind doch immer toll
Blatt noch leer und Glas schon voll.
Schaue auf Medaillenspiegel
mein Gehirn bekommt ’n Flügel
andere sind besser, sacht er
hier steht deutlich: Deutschland Achter
Ein Gedicht reicht nicht aus. Wir brauchen einen Komponisten. Einen Komponisten, der das Keuchen, das Schreien, die letzte Anstrengung einfängt.
Was haben die Leser davon?
Sie sind Helden ohne Geld. Sie kriegen 450 Euro Stütze im Monat.
Fußballspieler verdienen das Zigtausendfache, schreiben Sie. Macht nach Ihrer Rechnung mindestens 9 Millionen im Monat. Hmmm.
Herzlichst
Ihr Deutschland-Achter
P.S. (Sie erinnern sich: P.S. kommt immer nach dem Text)
Die Post von der Sommer-Depression vom 16.08. scheint bei Ihnen gefruchtet zu haben. Endlich lassen Sie das dämliche Komma hinter „Herzlichst“ weg.
