Bild oben:
Charlie the Buffallo, bezwungen von Crocodile Dundee.
45. Tag / Mittwoch, 9. Mai
Zwei Maschinen Wäsche sind durch und luftgetrocknet. Der Campingplatzbesitzerin gebe ich noch den Haushaltstipp: Kalk am Waschbecken lässt sich mit Essig entfernen. War ihr neu.
Ein paar Meter weiter rein ins Adelaide River Inn. Ich muss Charlie treffen. Charlie ist weltbekannt und natürlich kennen ihn die meisten – allerdings ohne es zu wissen. Charlie ist eine Legende. Und Charlie steht auf dem Tresen des Adelaide River Inn. Ausgestopft. Charlie the Buffalo. Paul Hoogan hat ihn als Crokodile Dundee im gleichnamigen Film mit einer Handbewegung bezwungen, indem er seine Finger zu Hörnern geformt hat. Charlie hat nach seiner Filmkarriere hier um die Ecke auf einer eigenen Wiese seine letzten Jahre verlebt. Denn ins Schlachthaus sollte er auf keinen Fall. Vor ungefähr 5 Jahren ist er dann von uns gegangen. Dany, die im Inn arbeitet, erzählt mir diese Geschichte von Adelaide Rivers berühmtesten Sohn.
Geschichten und Tipps
Dany gibt mir auch den Tipp, weiterzufahren bis nach Batchelor und von dort in den Litchfield Nationalpark. Der Tipp war in der Tat sehr gut. Batchelor ist so etwas wie eine Walduniversität mit general store. Mehr als das Batchelor Institut und den store habe ich allerdings nicht finden können. Aber immerhin, in der Bücherei kann ich für eine Stunde ins Internet, mich auf den neuen Stand bringen. (Der Sportclub Freiburg mischt noch um den Aufstieg mit und die SWR3-Tipprunde beschimpft sich wie gewohnt. Sehr schön). Weiter geht’s in den Park.
Litchfield Nationalpark
Der Litchfield NP ist eine wunderbare Vorbereitung auf die final destination Darwin. Übersichtlich, leicht zugänglich und voller Bademöglichkeiten. Eine davon sind die Florence Falls. Ich fahre auf den Parkplatz, steige aus – und im gleichen Moment kommt ein bekanntes Gesicht im Wohnmobil entgegen. Es ist Joe. Wir erkennen uns gleich. Als seien wir verabredet gewesen. Nach kurzem Hallo laufen wir zum Badebecken, aber wir sind bei weitem nicht die ersten hier. Trotzdem ein schöner Platz und statt zu baden bietet es sich durchaus als Alternative an, die schmalen Wege durchs Gestrüpp entlang des Wassers zu laufen.
Lost City
3 Kilometer weiter beim Buley Rockhole ein ähnliches Bild. Schöne Landschaft, gute Bademöglichkeit und dementsprechend reichlich Menschen. Ich mach mich zeitig vom Acker und nutze eine der letzten Offroad-Strecken auf dem Weg nach Darwin, nach Lost City, einer Ansammlung von Steinformationen, die wie Ruinen aussehen.
Irgendwann geht es von der asphaltierten Strecke links ab und schon wird’s holperig. Auf dem Hinweg nehme ich einmal mehr Brandgeruch wahr. Möglicherweise Ranger beim „cool burning“, dem bereits bekannten kontrollieren Abbrennen. So geht es paar Kilometer lang und lediglich der offensichtlich öfter befahrene Weg gibt mir das Gefühl, mich nicht verfahren zu haben. Dann ein kleines „Orts“-Schild – Lost City. Verlassen ist es durchaus und irgendwie hat man das Gefühl, hier sei in der Tat mal eine Stadt gestanden. Aber es handelt sich lediglich um eine Sandsteinformation.
Burning ring of fire
Nach etwa einer Stunde komme ich von Lost City (es liegt sozusagen am Ende einer Sackgasse) wieder an der cool burning area vorbei, die sich jetzt allerdings als ziemlich hot erweist. Das Feuer, das ich bei der Hinfahrt nur gerochen hatte, kann ich jetzt ganz gut sehen, um nicht zu sagen: zu gut. Es reicht inzwischen bis an den Fahrweg und darüber hinaus. Ich muss also irgendwo dazwischen durch. Dann will ich doch mal die Videofunktion der kleinen Digitalkamera aktivieren. Lenken und schalten mit der Linken, filmen mit rechts, die Augen nach vorne. Jetzt mit dem Karren vom Weg abzukommen wäre wirklich keine gute Idee. Aber die Sache endet natürlich gut.
Wer sucht, der findet
Die „Feuersbrunst“ ist überstanden, wo ist das nächste Abenteuer? Leider ist die Offroad-Strecke nach Sandy Creek immer noch gesperrt. Tja, das war’s dann für den Tag. Deshalb schaue ich mir noch den Campground bei den Tolmer Falls an. Es geht einen Kilometer wirklich durch unwegsamen Busch. Aber auf dem Campground mit 8 Sites sind schon einige Leute. Ist mir zu eng. Und so lande ich auf dem idyllischen Platz vor den Wangi Falls. Ganz wie ich es liebe. Ruhig, mit Dusche und Toilette, Feuerplätze, Holz. Kurz vor sieben kommen die Ranger Anton und Nathan vorbei. Nathan erzählt mir in ordentlichem Aussi-Slang irgendwas von Tieren, ich muss aber erst noch mal nachfragen, was er meinte. „Oh sorry mate. In 15 minutes we have a little performance about the park. Join us if you like.” Danke für die Einladung, ich werde da sein.
Parkkunde
Für die paar Leutchen vom Campground zeigt Anton eine etwa einstündige Diashow über Flora und Fauna des Parks und erzählt dazu kurzweilige Geschichten. Einmal die Woche. Immer Mittwochs. Glück gehabt. Wir lernen einiges über die Tier und Pflanzenwelt im Park. Die Stunde war ein gutes Investment und die Ranger haben an dieser Art des Unterrichtens erklärtermaßen Ihren Spaß.
Nach der Diashow zünde dann ich statt der cool-bournenden Ranger Nathan und Anton zur Abwechslung wieder selbst ein Feuer an – das obligatorische Lagerfeuer. Es brennt für zwei Stunden und dann ist es an der Zeit, in die Koje hochzusteigen, die sich inzwischen veritabel zu einer Art Räucherkammer gemausert hat.





























