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Outdoor-Museum: alte Goldgräberstadt in Pine Creek.
41. Tag / Samstag, 5. Mai
Es ist noch recht früh, als ich von Edith Falls aufbreche. Auch hier von hier muss ich zurück auf den Stuart Highway, um weiter nach Norden zu fahren, um dann in Pine Creek nach Osten auf den Kakadu Highway abzudrehen. In Pine Creek will ich aber erst noch zur alten Goldgräberstadt. Hier stehen noch einige Reste der 100 Jahre alten Vergangenheit. Holz- und Wellblechhütten. Aber erst 1995 hat man hier aufgehört, nach Gold zu suchen. Hat sich bis dahin wohl rentiert. Zurückgeblieben ist ein großes Loch, gefüllt mit Wasser – wie ein riesiges Schwimmbecken.
Immer noch Hochwasser
40 Kilometer weiter beginnt der Kakadu-Nationalpark. Das mit dem Schlüssel, wie von Clive angekündigt, hat nicht geklappt. Die wet season hat dieses Jahr länger gedauert und die Folgen davon sind immer noch gesperrte Straßen und ganze Gebiete. Man will es nicht glauben, wenn man durch das trockene Land fährt. Aber es müssen gewaltige Mengen an Wasser runtergekommen sein. „Straße wegen Hochwasser gesperrt“, stehen hier noch einige Schilder. Man denkt, die wurden beim abmontieren übersehen. Keineswegs. Nach etlichen Kilometern wäre Schluss. Der Schein trügt also. Hier gibt es zur Zeit nicht zu wenig, sondern immer noch zu viel Wasser.
Gunlom Falls
Die Route zu den Gunlom Falls ist aber offen. Die Wasserfälle sind eine wunderbare Oase und offensichtlich ein äußerst beliebtes Ausflugsziel, auch bei Australiern. Aber die Touristen sind natürlich in der Überzahl. Als einigen von ihnen Terry, der Ranger, klargemacht hat, dass sie die Sperrungen auf jeden Fall nicht ignorieren sollen, kommen wir ins Gespräch.
Beware Crocs
Terry ist ein knorriger Kauz, der locker als Stiefzwilling zu ZZ Top durchgehen könnte. „Es ist nicht nur das Wasser, das die Sperrungen verursacht“, sagt er fast beiläufig. „Good chances to meet a Salty mate“. Das Hochwasser sei dieses Jahr weit ins Landesinnere vorgedrungen, sagt Terry und mit ihm auch die Salzwasserkrokodile. Da gab es schon einige Vorfälle.
Das klingt nach Interview, aber er lehnt ab. Anordnung von oben. In der Vergangenheit hätten schon zu viele Boulevardjournalisten aus der Warnung ein Horrorszenario erfunden. „Keine gute Werbung für diese Region“, ergänzt Terry und will wissen, ob das Aufnahmegerät läuft. Nein, versichere ich ihm. Da er dem deutschen Journalisten offensichtlich mehr vertraut, erklärt er, warum es immer wieder zu Zwischenfällen käme. Die Touristen nähmen die Warnschilder vor Krokodilen nicht ernst. Und manche seien dämlich genug, trotz eindringlicher Warnungen zum Baden ins Wasser zu steigen. „Australier?“, frage ich, Terry schüttelt nur ansatzweise den Kopf. Welche Nation sich denn ganz besonders durch diese Art von Intelligenz auszeichne? Terry gefällt wohl die Fragestellung und antwortet lakonisch: Amerikaner.
Viel Wasser und doch Feuer
„I apprechiate your understanding“, entschuldigt sich Terry noch einmal für das versagte Interview. “No worries”, akzeptiere ich seine Entschuldigung. Dann mal weiter. Auf der Fahrt zurück rieche ich Feuer. Ich fahre nach Geruch und nach einiger Zeit auch nach Sicht. Der Qualm wird immer dichter, aber Feuer kann ich keines entdecken. Nach einigen Kilometern kann ich von einer kleinen Anhöhe erkennen, dass es auf der anderen Seite des Berges brennen muss. Der Qualm zieht über den Bergrücken und verteilt sich ziemlich massiv im Tal, das ich gerade befahre. Keine unmittelbare Gefahr also. Obwohl ich nicht sehen kann, wie groß das Feuer ist und wie schnell es sich ausbreitet.
Yellow Water
Die Zufahrt zu den Jim Jim Falls ist leider noch geschlossen. Also, weiter auf der seald road Richtung Jabuir. Letztendlich brauche ich mich nicht entscheiden, der Caravanpark in Yellow Water ist der einzige geöffnete Zugang mit Übernachtungsmöglichkeit. Der Rest ist noch gesperrt. Ich kann mir einen Platz in der unpowerd area aussuchen. Zwei Runden sind nötig, bis ich mich für ein Plätzchen mit Abendschatten entscheiden kann. Küche aufbauen, Blick schweifen lassen – und ich erkenne, dass ich neben Marc und Hellen O’Sullivan geparkt habe. Sie sind nicht am Platz. Ich klemme ihnen einen Zettel unter den Scheibenwischer: „Bloody hell I know this car and this trailer. Martin just across.” Als sie später von der Bootstour zurückkommen und den Zettel sehen, erschrecken sie zunächst, weil sie glaubten, sie hätten etwas angestellt. Das Wiedersehen wird ordentlich „belacht“.
Immer wieder – Wasser
Yepp, es ist der erste Abend, an dem ich an der Bar, ja, auch so etwas gibt es auf den Campingplätzen, ein Bier trinke XXXX-Gold nennt sich die Plörre und ist wirklich kein Muss oder schreit gar nach Wiederholung. Aber es ist allemal interessant, am Busch-Tresen zu stehen und den Menschen beim Abendessen zuzusehen Erstaunlich, welche Berge die Leute so verdrücken. Die „kräftigeren“ Menschen, um nicht zu sagen, die ohne Taille, überwiegen jedenfalls in Australien. Zumindest im Busch. Aber es gibt auch wieder d i e Nachbarn – Moskitos. All inclusive. Marc gab den Empörten, weil sie schon zum Frühstück da waren und bis zum Abend blieben, von der Nacht ganz zu schweigen. Dazu auch zur Abwechslung mal wieder einen Generator, der rund um die Uhr läuft. Der Preis der „Zivilisation“ eben. Ich merke, wie ich mich nach einem Bushcamp sehne.


































