Das Vergleichsportal Verivox bietet und vermittelt unter anderem auch Mobilfunkverträge.
Auch ich habe das Portal genutzt und einen Vertrag – Achtung! – über Verivox bei Logitel für die Telekom abgeschlossen. Was mir nicht sofort bewusst war.
Das bedeutet letztendlich zwei „Zwischenhändler“, um bei der Telekom zu landen.
Warum nicht gleich zur Telekom? Ganz einfach, weil die Telekom selbst solche günstigen Tarife gar nicht anbietet. Und schon gar nicht für treue Bestandskunden.
Der günstige Tarif kam zustande, weil Portale wie Verivox und/oder die Anbieter verschiedene Boni anbieten. In meinem Fall die Erstattung von:
Einrichtungsgebühr (€ 39,95),
Cashback (€ 240,00),
Startguthaben (€ 150,00)
Rabatt für die Rufnummermitnahme (€ 300,00).
Erstattet wurden vom neuen Anbieter, der Telekom, indes nur € 150,00 Startguthaben.
Der Rest würde schon noch überwiesen, dachte ich. Tja, dachte ich.
Nach Monaten meldete ich mich beim Servicecenter der Telekom und fragte nach meinen Gutschriften. Das Ergebnis aus dieser Unterredung und die Folgen daraus bedürfen einer weiteren Erzählung.
Dies lassen wir jetzt aber mal unberücksichtigt, was dem Überblick geschuldet ist, den man sonst leicht verlieren kann.
Nachdem man sich im Kundencenter der Telekom nicht in der Lage sah oder willens war, mein Problem zu lösen, wandte ich mich mit meinen Bemühungen, an meine Gutschriften zu kommen, an Verivox. Dort erfuhr ich, dass nicht Verivox, sondern Logitel mein Vertragspartner sei.
(„Vertragspartner“. Diesen Begriff wollen wir uns an dieser Stelle für später merken).
Also wandte ich mich folgerichtig an Logitel in der Hoffnung, die versprochenen Gutschriften auch endlich zu erhalten. Logitel teilte mir mit, dass ich die Gutschriften nicht angefordert hätte.
Dass dies überhaupt zu tun sei, erfuhr ich hier zum ersten Mal.
Und richtig. Der Hinweis, dass die Gutschriften angefordert werden müssen, verbirgt sich bei Vertragsabschluss auf der Homepage bei Verivox – hinter einem Klapptext.
Wer dieses Pulldown-Menü nicht öffnet, erfährt nie, dass er eine SMS an den Vertragspartner – in meinem Falle Logitel – zu senden habe. Dieser Hinweis tauchte an keiner weiteren Stelle mehr auf!
Logitel verwies auf dieses Versäumnis meinerseits und teilte lapidar mit, dass die für die Versendung der SMS mit dem Wortlaut „Deal“ (kostenpflichtig zu 19 Cent) eingeräumte Frist von 12 Wochen bereits verstrichen sei. Die Gutschriften könnten also nicht mehr gewährt werden.
Alles Weitere sei Sache der Telekom.
Womit ich – nolens volens – wieder bei der Telekom landete.
Übrigens: Logitel ließ – mit Grüßen aus dem Norden – wissen, dass für das Aktionsguthaben (€150,00) die Telekom bereits beauftragt wurde, da hierfür kein SMS Versand nötig gewesen wäre.
Über die Pressestelle der Telekom bin ich dort letztendlich beim Serviceteam Vorstand gelandet.
Eine gute Wahl, wie ich vorwegnehmend erwähnen möchte.
Um auch hier die Vorgänge der besseren Übersicht halber abzukürzen, sei gesagt, dass das Problem dort gelöst wurde, nachdem ich die Details geschildert hatte.
Bei der Telekom gab man sich zunächst über die umfangreichen Boni von Logitel verwundert.
Solcherlei Großzügigkeit könne man bei der Telekom selbst gar nicht gewähren.
(Warum es der Telekom-Partner Logitel könne, der „Chef“ Telekom aber nicht? Die Antwort auf diese Frage hat die Telekom noch zu liefern.
Die Angelegenheit konnte über die Telekom auch gelöst werden, weil sie und nicht Logitel, wie von Verivox fälschlicherweise behauptet, Vertragspartner ist.
Logitel ist lediglich ein Geschäftspartner der Telekom.
Die Telekom hatte zwischenzeitlich „Rücksprache“ mit Logitel gehalten. Vermutlich in eindringlicherem Ton als sonst üblich. Denn als ich Nachricht über den Sachstand von der Telekom erhielt, hatte sich tags darauf Logitel via Mail bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass die SMS, sowohl für die Erstattung der Rufnummermitnahme sowie die der Erstattung der Einrichtungsgebühr bei Logitel eingetroffen seien.
Vermutlich waren hier übernatürliche Kräfte am Werk.
Denn ich hatte zu keine Zeit irgendeine SMS an Logitel versendet.
Dafür erhielt ich von Logitel Tage später nochmals den Hinweis, dass sich an der Lage nichts geändert habe und ich daher die Bonuszahlungen nicht bekommen könne.
Beim Telekom-Partner Logitel scheint man den Überblick über die Angelegenheit verloren zu haben.
Das Ergebnis (nach intensiver Anstrengung):
- Die Telekom hat die € 240,00 Cashback erstattet.
- Logitel hat die letzten ausstehenden € 339,95 beglichen.
Das Fazit:
Es wäre wesentlich unkomplizierter, bei einem Netzanbieter direkt vorteilhafte Verträge abzuschließen. Ich gehe aber davon aus, dass man dort auf das Vergessen der treuen Stammkunden setzt und auf bessere Konditionen – wie etwa bei einem Anbieterwechsel – lieber nicht hinweist.
Denn nach Laufzeitende des Vertrags läuft dieser automatisch zu wesentlich schlechteren Konditionen weiter.
Das Verstecken von Vertragsbedingungen hinter Klapptexten und ähnlichem – wie bei Verivox geschehen – halte ich aber für ein Geschäftsmodell. Aus den Reihen der Telekom selbst habe ich erfahren, dass ich nicht der Erste und auch nicht der Einzige sei, dem dieses Procedere widerfahren ist.
Andere Kunden hätten durch das „verständliche Versäumnis“ der SMS-Verschickung mehrere Hundert Euro abschreiben müssen.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
