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Trevor mit seinem „Oldsmobile“
15. Tag / Ostermontag, 9. April
Trevors Hund ist so eine Art Hahn, nur, dass er nicht kräht, sondern bellt. Morgens um 7. Aber die bereits jetzt sommerlichen Temperaturen erleichtern das Aufstehen ohne Groll. Von Travor will ich wissen, wie alt sein „The Old Bus“ ist. 27 Jahre, so die Antwort. Wir unterhalten uns, ich erzähle ihm, was ich mit den Aufnahmen und den Bildern fürs Radio und fürs Internet vorhabe. Mein roter Faden dabei solle sein: meet people and talk to them“. „That’s“, sagt Trevor und erzählt mir die Geschichte von Ian McNamara, einem australischen Radio-Modertoren, der genau das mache und mit sehr großem Erfolg. Er fahre raus zu den Leuten und rede mit ihnen. Das Ganze werde auf ABC sonntags zwischen 6 und 10 Uhr übertragen. Wenn ich es richtig behalten habe, dann war der Titel „Australia all the world“ oder so ähnlich. Ich will schauen, dass ich in Sydney Ian treffen kann. Wäre durchaus ’ne Story.
Cheers Nuriootpa
Nuriootpa werde ich als das Salt Lake City der Lutheraner in Erinnerung behalten. Na ja, und so übel war es hier ja dann doch nicht. Ein bisschen seltsam vielleicht. Ein Tick zu sehr aufgeräumt. Unaustralisch, wenn ich mich für diesen Ausdruck gleich entschuldigen darf. Trevor gibt mir noch den Tipp mit auf den Weg, nach Greenock auf’s Weinfest zu fahren. Da will ich nicht widersprechen.
Weinfest in Greenock
Ein Stündchen kann man schon mal einplanen für ein „Winefest“. Trinken werde ich ohnehin nichts. Dafür und ich treffe ich Herb. Er ist 71 Jahre alt und fährt, wie er behauptet, den einzigen Ford T auf der Welt fährt, der auch zugelassen ist. Das Auto ist nicht mehr ganz jung, Baujahr 1922, genauer gesagt.
Herb und sein Ford T
Sein Auto ist Baujahr 1922, er selbst 1936. Herb fährt nach eigenen Angaben den einzigen Ford T der Welt, der als Straßenfahrzeug zugelassen ist. Auch wer sich wie ich aus Autos nicht allzu viel macht, bekommt doch etwas Respekt vor so viel Nostalgie.
Nach Broken Hill
Ein paar Bilder noch vom Fest und dann ab auf den 465 km-Ritt nach Broken Hill. Die Landschaft ändert sich immer wieder von braunverbrannt in grün und umgekehrt. Man möchte am liebsten an allen Ecken Bilder machen. Und zum ersten Mal bekomme ich eine Ahnung, wie weit und groß dieses Land ist. Inzwischen „rase“ ich sogar mit Tempo 80 über die Highways des Outbacks. Wenn das mal gut geht.
Broken Hill
Leider komme ich etwas spät in Broken Hill an. Ich frage den Nachbar Gil, wo ich noch auf die Schnelle ein Bierchen ziehen könnte. Gil schickt mich in die City, aber nix, die Geschäfte machen um sechs dicht. Als ich mit leeren Händen ankomme, trabt er ein paar Minuten später mit einem kühlen Sixpack an. Ich könnte es ihm ja morgen wieder geben. Später schaut er wieder vorbei und lädt mich zum Essen ein. Ich muss absagen, weil ich gerade eben drei Brote verdrückt habe, setze mich aber dazu und wir erzählen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so was auf einem deutschen Campingplatz geben könnte.
Anhänger all-inclusiv
Nebenan stehen Ilse und Peter, ein deutsches Paar, mit Geländewagen und Offroad-Trailer. Beide sind seit ihrer Hochzeitsreise in den 70-ern Australienfans und kommen zweimal im Jahr nach Australien, um mit Geländewagen und Outdoor-Trailer – einem Gelände-Anhänger mit integriertem Zelt und kompletter Campingausrüstung – rumzureisen. Manchmal auch nur für eine Woche. Für eine Woche nach Australien fliegen? Hmmm.




















