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CMT 2026 – Auf der Suche nach Wohnmobilelektromobilität

2017 stellte Dethleffs als „erster (namhafter) Wohnmobil-Hersteller“ – mit Superlativen ist es ja immer so eine Sache – auf der Caravan in Düsseldorf die Studie eines vollelektrisch angetriebenen Reisemobils vor. 2018 wurde es auch auf der CMT in Stuttgart gezeigt.

 

Ich ließ mich damals bei Dethleffs in einen Pressverteiler aufnehmen, der dauerhaft über den Fortgang des Projektes auf dem Laufenden halten sollte. Tja, sollte. Konjunktiv. Damit ist es übrigens auch so eine Sache.

Ich habe – auch bei Nachfrage – davon nichts mehr gehört. Das hat womöglich seinen Grund. Sowohl Chassis-Hersteller als auch die Wohnmobil-„Aufbauer“ stechen durch eine Gemeinsamkeit hervor: Desinteresse.

Man verschreibt sich lieber dem Verbrenner. Da weiß man doch, was man hat.
Auch die Politik sieht in Innovation wohl eher eine Gefahr als eine Chance.

Im Auto-Land Baden-Württemberg wird die Entscheidung begrüßt, dass die schwarz-rote Bundesregierung bei der EU-Kommission darauf dringt, den Beschluss, ab dem Jahr 2035 keine Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor mehr zuzulassen, aufzuweichen.

CDU-Landeschef Manuel Hagel triumphiert – ganz gestrig: „Vorfahrt statt Verbotspolitik“.
Dies seien gute Nachrichten für den Automobilstandort Baden-Württemberg und hunderttausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.Hagel ernsthaft weiter:
„Mit Technologie und Erfindungsreichtum werden wir unsere Probleme in den Griff bekommen.“

Die SPD stimmt dem zu, wenn auch nicht ohne die inzwischen traditionellen Widersprüchlichkeit:
„Die Zukunft der Automobilbranche bleibt elektrisch – daran ändert auch die Einigung nichts“,
wie SPD -Landeschef Andreas Stoch fabulierte.

Selbst der grüne Noch-Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eine Aufweichung des beschlossenen Verbrenner-Aus begrüßt. Denn: „Ohne Bruch in der Industrie“ sei die Elektromobilität als zentrale Zukunftstechnologie auf dem Weg zur Klimaneutralität realistisch nicht erreichbar.

Als ob man mit der Industrie bei der realistischen Einschätzung der Marktchancen für Elektromobilität brechen müsste!

Die Chinesen haben erkannt, welches Potential der Markt der Elektromobilität hat.
Einmal mehr nutzen sie die Ignoranz westlicher Macher in Industrie und Politik bei deren „professioneller“ Einschätzung künftiger Märkte.
Sie bringen nach und nach Elektro-Wohnmobile serienreif auf den Markt.

Über die Modelle wie etwa Farizon X-Van oder Maxus RV Deliver 9 Premium kann man man streiten. Über die deutlich günstigeren Preise muss man nicht. Aber den technischen Fortschritt sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

Mal sehen, was mir Wohnmobilhersteller und Chassis-Lieferanten auf der diesjährigen CMT zum Thema „Elektromobilität“ und den Fortschritten dazu in ihren Unternehmen sagen können.

Möge es mehr sein als im letzten Jahr.

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