Franz Josef Wagner hat am 10.07.2012 Post an Jürgen Todenhöfer verschickt. Und Jürgen Todenhöfer hat geantwortet.
Lieber Franz Josef Wagner,
wenn der Teufel ein Interview gewährt, wird ein Journalist der Einladung in die Hölle folgen. Wie es die als Journalisten getarnten Fragesteller Henryk M. Broder und Andrea Seibel für „Die Welt“ vom Springer-Verlag getan haben.
Sie interviewten Kai Diekmann.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article106737780/Schlechtes-Gewissen-Kai-Diekmann-sagt-Nein.html
Was erwartet ein Journalist in der Hölle? Ganz sicher würde der Teufel nicht mit einem Tee trinken aus Totenschädel-Tassen.
Er würde auch nicht Ratten zum Mahl servieren.
Der Teufel wäre nett. Er trägt Anzug ohne Schlips. Er wirkt nachdenklich. Er erzählt, was die Welt Böses über ihn schreibt. Seine Stimme ist leise.
Er schreit nicht wie die Nazis, er rennt nicht herum wie ein tollwütiger Hund.
Und Sie? Sie haben so viel Geld verdient bei Burda und Springer, dass Sie hinter Schloss leben könnten. Das Wunderbare an Ihnen ist, dass Ihnen „Die Welt“ keine Ruhe lässt. Warum haben Sie den Teufel nicht interviewt? Er bezahlt Sie.
Sie könnten vor Ihrem Fernseher einschlafen. Für immer. Aber „Die Welt“ lässt Ihnen keine Ruhe. Sie sind ein „Welt“-Aufrührer. Manche sagen, Sie seien ein Irrer. „Die Welt“ braucht Irre. Bewerben Sie sich!
Herzlichst
Ihr Jürgen Todenhöfer
