Australien

Veröffentlicht am 25. April 2012 | von Martin Kissel

Alice Springs 2. Besuch

Bild oben:
Dann mal los – wieder nach Alice Springs.

31. Tag / Mittwoch, 25. April

Die Nacht war trotz der Nähe zum Stuart Highway sehr ruhig. Es mag daran liegen, dass hier einerseits ohnehin sehr wenig Verkehr herrscht, andererseits man sich an das monotone Brummen sogar ein wenig gewöhnen kann. Die Frequenz fürs Ohr ist irgendwie angenehmer als das „jännnnjännnnjännnn auf den deutschen Autobahnen.

Morgens los ohne Frühstück, das will ich in Alice Springs nachholen. Bis dorthin sind es noch 130 Kilometer. Das könnte knapp werden mit dem Sprit. Mal sehen, ob es hinhaut.

Altbekanntes

Alice Springs, die Zweite. Alice Springs, da bin ich wieder. Wer hätte das gedacht? Hier bin ich nach 5 Tagen, sozusagen in einer Riesenschleife, wieder gelandet. Und da Alice jetzt wieder zwangsläufig auf meinem Weg nach Norden liegt, will ich halt mal nicht so sein. Für einen Tag quartiere ich mich wieder auf dem MacDonnells-Campground ein. Diesmal aber unpowerd für 4 Dollar weniger. Wow!

Getankt wird auch, es hat also bis hierhin gereicht: 140 Liter für 182 A$. Wie schon mal gesagt: das mit dem Tanken ist so eine Sache hier. In Australien gibt es für alles einen Deal. Wenn Du für über 30 A$ bei Woolworths einkaufst, bekommst Du an der Tanke 4 Cent Rabatt je Liter. Und wenn Du dann noch für mindestens 5 Dollar an der Tanke einkaufst, bekommst Du nochmals 4 Cent Rabatt. Also habe ich heute 140 Liter getankt und 2 Eiskaffee für je 2.70 an der Tanke erworben. Der Rabatt betrug aber immer noch nur 4 Cent. „Gibt es jetzt denn keine 8 Cent Rabatt, wie angegeben“, frage ich. „Doch, doch“, erwidert die Lady geduldig, aber dafür müsse ich für mindestens für 5 Dollar einkaufen. „Zwei Eiskaffee a 2.70, das macht doch wohl auch in Australien 5,40“ sehe ich meine Chance gekommen. „Leider nein. Wir haben diese Woche einen Deal: zwei Eiskaffee für zusammen 4 Dollar.“ Diese Erklärung überzeugt mich. „Noch einen Eiskaffee, bitte“, kontere ich mit gespielter Souveränität und erhöhe den Rabatt auf 8 Cent je Liter Diesel.

Bush Kitchen

Küche für alle: Bush-Kitchen. Heute wird das Nötige erledigt: Klamotten waschen, rasieren, schön duschen, Wasser auffüllen, einkaufen und abends bush kitchen. Eine Gas-Grillstelle ist auch noch frei, man unterhält sich über dies und das. Mein heutiger Nachbar ist Ted, der zwar mit Familie unterwegs ist, die ist aber mit dem eigenen Gespann da. Ted schwört auf seinen Discovery mit Offroad-Trailer. Er braucht das, sagt er. Manchmal einfach alleine in den Bush, weg von allem und ein oder zwei Tage später trifft man die Familie wieder auf dem Campingplatz. Interessante Variante des Familienlebens.

Kein Buschkitchen

Heute Abend ist der Betrieb eher übersichtlich. Da heute Mittwoch ist, gibt der australische Buschliedersänger wieder sein Bestes. Der audience gefällt’s offenbar. Ich höre lieber aus der sicheren Distanz zu. Gegen Mitternacht gehe ich dann „bubu machen“. Aber nicht lange. Irgendwann in der Nacht werde ich von einem laufenden Motor geweckt. Er gehört zu drei alkoholisierten Französinnen, die sich dazu auch noch lautstark unterhalten. Müssen sie auch, logo, der Motor läuft ja auch in entsprechender Lautstärke. Vielleicht haben sie sich gedacht, dass das schon niemanden stören wird, weil sie ja französisch sprechen und sie so niemand verstehen kann. Irgendwann muss ihnen aber doch ein Blitz das Resthirn aktiviert haben. Lautes Türen knallen und Abfahrt.

Bonne nuit! Man sollte solche Störenfriede in Australien ins Buschkitchen stecken dürfen.

(Keine) Bilder vom Tag

Tja, Alice Springs war auch beim 2. Anlauf für mich kein gutes Pflaster zum Fotografieren.
Möge mir der Heilige Kodak für künftige Versuche die Belichtung schenken.

Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

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