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Teil 29 – Gefährliches Beschäftigungsverhältnis

2009 bestand die Nato 60 Jahre, was mit einem Gipfel in Baden-Baden, Kehl und Straßburg gefeiert wurde. Zu diesem Anlass produzierte ich auch bei SWR3 mit Wirbi und Zeus – wie schon ein Jahr zuvor anlässlich der Olympischen Spiele in Peking und der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz  – ordentlich Blödsinn: die SWR3Minuten.

Es gab aber durchaus auch ernsteren Anlass zur Berichterstattung. In Straßburg gab es Randale, in Freiburg wurde sie erwartet. An Themen mangelte es in diesem Zusammenhang nicht.

Deshalb hatte ich bei SWR3, dem damaligen Chef vom Dienst, Norbert Diener, via Email angefragt, ob ich aus dem Studio Freiburg – dort hatte ich ein festes Büro – Beiträge zu den laufenden Sendungen produzieren solle.

Ich fragte deshalb auch schriftlich an, weil ich aus der Personalabteilung des SWR in Stuttgart einen freundschaftlichen Hinweis erhielt. („Kissel, hier herrscht seit geraumer Zeit Aufregung. Man sieht Dich arbeitsrechtlich als „Graue Eminenz“ mit etwaigen Ansprüchen“.)

Ich war zu dieser Zeit schon über 15 Jahre Mitarbeiter, hatte aber nie einen Rahmenvertrag unterschrieben. Man hatte mich schlicht und einfach vergessen. Arbeitsrechtlich unterlag ich dem Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Mitarbeiter.

Zurück zu meinen Beitragsangeboten zum Nato-Gipfel. Wie gesagt, ich fragte Norbert Diener an – den Programmchef Thomas Jung und den leitenden Redakteur Edgar Heinz in Kopie – und bekam diese Antwort – aber nicht von Norbert Diener.

Die Antwort war alllerdings nicht für mich bestimmt. Programmchef Thomas Jung hatte den verhängnisvollen Butten „Allen antworten“ gedrückt.

Somit setzte mich der SWR3-Programmchef unwillentlich in Kenntnis darüber, dass man es im arbeitsrechtlichen Sinne sehr bedenklich fand, mich zu sehr in die Redaktion von SWR3 einzubinden. Und dass ich das Dank seiner Mithilfe nun wusste, wollte ich wiederum auch ihn wissen lassen.

Beim SWR war man bereits seit Längerem nervös ob meines arbeitsrechtlichen Status. Möglicherweise hatten sich aus meiner bisherigen Zugehörigkeit zum SWF/SWR Rechte ergeben, die der Personalabteilung in Stuttgart ein Dorn im Auge waren.

Dieser Vorgang zeigt, dass der SWR bereits mindestens zwei Jahre vor meinem Wunsch nach Statusfeststellung (März 2011) Maßnahmen ergriffen hat, um etwaige arbeitsrechtliche Forderungen meinerseits entgegenzutreten.

Erst mit meiner Kandidatur für den Deutschen Bundestag (Einzelkandidat) 2013 ließ der SWR die Maske fallen.

Statt des von mir beantragten und genehmigungspflichtigen Vorbereitungsurlaubs für die Bundestagswahl 2013 (siehe Teil 1 im P.S.), kam die „Mitteilung über Nichtweiterbeschäftigung“ – also der Rauswurf aus dem SWR.

Die vorausgegangene schriftliche Mitteilung  des Personalchefs Thomas Schelberg – ich sei auf der sicheren Seite – hatte sich als glatte Lüge erwiesen.

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