Australien

Veröffentlicht am 7. April 2012 | von Martin Kissel

Adelaide

Bild oben:
Sonne am Morgen. Gleich ein ganz anderes Gefühl.

13. Tag / Ostersamstag, 7. April

Ich habe geschlafen wie eine eins. Von 21 Uhr bis um 7. Nur zweimal wach geworden, der Rücken, was sonst. Aber irgendwie war alles anders. Ich habe mich schon gestern den ganzen Nachmittag ziemlich wohl gefühlt, und heute dann aufwachen mit der Sonne. Zum ersten Mal ist es morgens nicht mehr kühl, sondern schon richtig warm. Zwischen den beiden Wetterwelten liegen gerade mal 1 Tag und 100 Kilometer. Zur Feier des Tages gibt es heute kurzes Beinkleid zum Kaffee.

Ab in die City

Verdammt viel junge Menschen in der Stadt. Dass ich am Abend zuvor noch einen Liter O-Saftschorle zu mir genommen habe, war wohl eine richtige Entscheidung. Der Körper wollte über Nacht nichts mehr hergeben. Und jetzt am Morgen geht es mir ausgezeichnet. Frühstücken, E-Mails checken, trödeln. Das liebt der große Kissel. Dann in die Stadt. Gestern habe ich Adelaide nur gemocht, heute fange ich an, es richtig gern zu haben. Adelaide sollte Partnerstadt von Freiburg sein. Das machte Sinn. Mal sehen, was ich tun kann. Well, it’s shopping-time today. Da die Camel-Treter geschwächelt haben, erst Mal in eines der Kaufhäuser, gucken, was „easter sold out“ hergibt. Ein Paar Stiefel als Ersatz und ein paar Halbschuhe, hässlich aber praktisch. Wiegen ja nichts. Zum Glück finde ich in der Tat einen Instant-Schuster, der mir die Stiefelsohle klebt. Ich lasse den einen Stiefel da und ziehe die eben gekauften Boots an. Gleich beim ersten Schnüren – zack!, Öse ausgerissen. Zum Glück hier. Ich gebe sie gleich wieder mit österlichem Gruß zurück.

Akubra

Ein Kaufhaus. Dann in den Hutladen. Ein Akubra, der ideale Sonnenschutz für Touristen, bei denen die Kohle locker sitzt. 149 A$ auf’n Tisch und ab dafür. Dann noch zwei Kangaroo-Steaks, die ich aber erst morgen futtern werde. Und immer wieder durch die Fußgängerzone. Es macht richtig Spaß. Ich hätte eigentlich Lust, hier ein paar Tage zu verbringen. Aber bis Montag sind die Geschäfte zu. Plötzlich ruft wer: „Martin, do you spend your money?“ Es braucht zwei Anläufe, bis ich kapiere, was los ist. Lyndsey und Jane – meine Campingplatznachbarn – sind auch unterwegs. Ich präsentiere stolz meinen Akubra und Lyndsey gibt mir den guten Rat, ihn nicht bei Sonne im Auto liegen zu lassen, da würde er zusammenschrumpeln. Aha, wieder was gelernt. Immer wieder laufe ich in der Fußgängerzone hoch und runter. Ich liebe es, die Menschen zu beobachten. Die Stadt wirkt jung, unaufgeregt und sehr angenehm. Der stete Wind, heute weht er ebenfalls angenehm, ganz leicht und warm, rundet das feeling ab. Über Tag hat auch das Schwindelgefühl aufgehört. Irgendwann war’s weg. Keine Ahnung warum und wie.

Innere Ruhe

In der Sonne am Fluss entlang. Gegen 17 Uhr gurke ich zum Campingplatz zurück. Die Strecke am Fluss entlang ist jetzt im Sonnenlicht noch schöner. Deshalb lasse ich mir für die vielleicht 2 Kilometer Wegstrecke weit über eine Stunde Zeit. Das Licht bekommt gegen Abend eine eigenartige Farbe, wie ich es seit meiner Ankunft in Australien nicht gesehen habe. Ich setze mich noch einmal ein halbe Stunde mit einem Glas kühlen Weißwein in den Campingsessel und mache nichts, außer in der Gegend rumzugucken. Dann duschen, die zwei restlichen Hahndorf-Knacker picken, relaxen. Und es ist der erste Abend, der so mild ist, dass ich – ob der Mozzies – zwar in langen Hosen, aber barfuß in den Slippern am Notebook schreibe. Es ist, wie man wohl sagt, ein schöner Sommerabend, obwohl es in „the land down under“ Herbst ist.

Bilder vom Tag

-Well equiped.-Fast ein echter Brueghel - "Stiefel mit Weißwein".-Mal kurz über'n Zaun geschaut.
-River Torrens. Das Flüsschen schlängelt sich durch Adelaide.-Weil's Spaß macht. Die haben einfach aufgebaut und gespielt.-Am Fluss reiht sich ein Park an den anderen.
-Immer wieder neue Blickwinkel.-Adelaide ist groß, aber nicht voll.-Auch in der Fußgängerzone: jede Menge Auslauf.
-Irgendwie eine englisch-amerikanische Mischung.-Öööhm - ja.

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