Sachen gibts

Veröffentlicht am 9. Juli 2012 | von Martin Kissel

Wenn die Justiz krank ist

Gesundheitsunbedenkliche Hinrichtung

Das meldet AFP heute:
„Die Behörden im US-Bundesstaat Texas haben trotz Protesten der Vereinten Nationen einen zum Tode verurteilten geistig Behinderten hingerichtet. Der 34-jährige Afroamerikaner Yokamon Hearn wurde am Mittwoch (Ortszeit) mit einer Todesspritze exekutiert, die nur ein Gift und nicht wie bislang üblich drei verschiedene Stoffe enthielt, wie die Justizbehörden mitteilten. …

… Der Bundesstaat wich von der seit 1982 üblichen Vergabe von drei Medikamenten ab, weil beim staatlichen Vorrat einer der sonst eingesetzten Substanzen die Haltbarkeit abgelaufen ist.“

Da muss man beim Lesen schon zwei Mal hinschauen. Die vor der tödlichen Injektion „üblichen“ Substanzen wurden nicht verabreicht, weil deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist!

Wie pervers muss eigentlich eine Justiz sein, deren Anliegen eine „gesundheitlich unbedenkliche Exekution“ ist?

Keine Bedenken hatte dagegen die texanische Justiz gegen das Todesurteil selbst, obwohl der Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, 2002 entschieden hat, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen.
Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den Bundesstaaten.

Unter anderem in Texas ist der Selektion somit Tür und Tor geöffnet. Ganz legal.

(Foto: Pixabay)

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