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Veröffentlicht am 13. Dezember 2012 | von Martin Kissel

Greg Smith

Greg Smith – „Die Unersättlichen“

Greg Smith hat 12 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet, einer weltweit operierenden Investmentbank. Am 14. März 2012 verließ er das Unternehmen. Genau an dem Tag, an dem in der „New York Times“ ein Artikel von ihm über die Zustände in dieser Firma erschien.

Smith gibt Einblicke in eine moralisch völlig verkommene Finanzindustrie, die – unter anderen – nicht weniger als die Eurokrise zu verantworten hat. Smith klagt Goldman Sachs an, nicht nur den tatsächlichen Zustand der griechischen Staatsfinanzen geschönt, sondern Bilanzen gefälscht zu haben.

Das Buch ist kein spannender Reißer. Die ersten beiden Drittel der 365 Seiten beschreiben mehr oder weniger die berufliche Entwicklung des jungen Bankers. Das ist mal unterhaltsam, manchmal auch ein wenig zäh. Aber dieser recht lange „Vorlauf“ beschreibt sehr anschaulich Typen und Umstände der Finanzwelt. Das ist kein Nachteil beim Lesen des letzten Drittels, wenn Smith en detail die Vergehen von Goldman Sachs benennt.

Nach der Lektüre bleibt hierzulande nicht einmal diese Frage offen: Kann es in der deutschen Finanzwelt und der deutschen Politik so viel Ahnungslosigkeit geben, dass Goldman Sachs seine Mittäter (die sich allzu gerne als Opfer sehen) unbekümmert am Nasenring durch die Milliardenmanege ziehen kann? Denn die Antwort hat bereits die Realität gegeben.

Erwin Pelzig erklärt Goldman Sachs

in „Neues aus der Anstalt“.
Ein Highlight des Kabaretts. Mehr noch. Ein Highlight des Journalismus.

Interview mit Greg Smith im Deutschlandfunk

Greg Smith gab am 2. November 2012 im Deutschlandfunk ein Interview.
Hier im Wortlaut nachzulesen.

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